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Zum Weltmenstruationstag

Andreas Krahl, MdL, Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag

Statement zum Weltmenstruationstag, 28. Mai 2022

„Gut 500 Euro müssen Frauen und Mädchen durchschnittlich im Jahr für ihre Periode ausgeben: Tampons, Binden, Menstruationstassen, Schmerzmittel, neue Unter- und Bettwäsche.
Monatlich kommen so mehr als 40 Euro zusammen. Diese Ausgaben müssen die Hälfte der Menschen rund 456-mal, insgesamt also 38 Jahre lang, stemmen.

Dass Periodenarmut auch in Bayern kein Randthema ist, wird spätestens dann klar, wenn wir diese Zahlen beispielsweise mit den Hartz 4 Regelsätzen abgleichen: Für Gesundheitspflege gibt es für alle zwischen 14 und 17 Jahren 9,44 Euro und für Erwachsene 17,02 Euro im Monat. Menstruation oder nicht.

Als wäre das nicht schon schlimm genug, ranken sich auch heute noch die dümmsten Mythen um das Thema Menstruation, Frauen und Mädchen werden wegen „ihrer Tage“ nicht ernst genommen, Tampons werden beim Ausgehen unterm Tisch „gedealt“, Schülerinnen fürchten kaum etwas mehr als den verräterischen Flecken auf der Jeans und sogar Ärzt*innen schicken Frauen und Mädchen trotz erheblicher gesundheitlicher Probleme im Zusammenhang mit ihrer Menstruation (z.B. Endometriose) auch 2022 noch zu oft mit einer Packung Ibuprofen und einem Schulterzucken wieder nach Hause.

Der Weltmenstruationstag ist also auch hier bei uns ein guter Tag, um Tabus zu brechen und Forderungen zu stellen:

  • Zugang zu kostenloser Monatshygiene in allen Schulen, Universitäten und öffentlichen Räumen, weil ein normaler physiologischer Vorgang nicht arm machen darf.
  • Bessere Aufklärung über die Menstruation für Mädchen und Jungen, damit wir die Tabus endlich brechen und sich nicht noch eine weitere Generation Frauen für ihre Periode schämen.
  • Öffentliche Toiletten und Waschräume, die es leichter machen, auch während der Periode die eigenen vier Wände zu verlassen.
  • Die Möglichkeit, sich bei Menstruationsbeschwerden unkompliziert krank melden zu können. Urlaub ist das bestimmt nicht.

Und weil ich schon weiß, was jetzt kommt:

Nein, liebe Männer, ihr braucht dann keine kostenlosen Rasierer. Mein Bart hat mich noch nie mit der Wärmflasche auf dem Bauch von irgendwas abgehalten und seit er nicht mehr flauschig ist, hat mich auch niemand mehr dafür verspottet.“

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