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Wohin gehen wir ab morgen?

„Flatten the Curve“ und „Wir bleiben zu Hause“ hatten, wir haben es längst vermutet, neben dem Infektionsschutz noch eine Nebenwirkung auf die CO² Emissionen.
Klimawissenschaftler*innen haben jetzt bestätigt, dass der CO² Ausstoß Anfang April bis zu 17% unter dem des Vorjahres lag.
Am 7. April wurden statt unfassbaren 100 Millionen Tonnen CO² weltweit „nur“ 87 Millionen Tonnen ausgestoßen.
In manchen Ländern seien wegen der strengen Beschränkungen sogar bis zu 26% weniger CO² emittiert worden, so die Wissenschaftler*innen der University of East Anglia.

Eine Verschnaufpause also.

Das klingt gut. Aber wir müssen jetzt die Weichen stellen, damit wir den Klimawandel nach dieser Pause nicht unvermindert oder sogar noch stärker als vorher befeuern.
Sicher, es gibt einiges nachzuholen, wenn wir die Wirtschaft wieder auf den vor-pandemischen Stand hochfahren wollen. Aber: wollen wir das?

Geht es eigentlich auch anders?

Ich werde nicht anfangen, von der „Chance in der Krise“ zu faseln. Die Krise ist einfach nur furchtbar und sie hat uns schon jetzt viel zu viele Leben gekostet. In der Krise haben einige jedoch gelernt, dass nicht alles so unverzichtbar ist, wie einige das vorher dachten. Man muss nämlich tatsächlich nicht ans andere Ende der Welt fliegen, um mit Menschen zu reden. Es ist tatsächlich niemand daran gestorben, das Auto auch mal stehen zu lassen und es gibt keine Berichte über intensivmedizinische Behandlungen, weil es für ein paar Wochen keinen Fast-Fashion-Müll gab. Doch das sind nur die individuellen Kleinigkeiten.

Jetzt ist die Politik gefragt:

Wo sollen sie hin, die Fördermilliarden? Verbrennen wir das Geld fossil in alten Technologien oder investieren wir klimabewusst und nachhaltig? ÖPNV, E-Mobilität und Pedelecs oder Abwrackprämien für neue Verbrenner? Kohle oder Wind? Wie positiv würde sich die Abschaffung der 10H-Regelung auf die Konjunktur auswirken?
Subventionen für Tierfabriken, in denen alle leiden oder fördern wir die klein-bäuerliche Landwirtschaft?
Brauchen Airlines das Geld wirklich dringender als ein konsequenter Netzausbau, der Reisen auch mal ersetzen kann?
Vieles kann jetzt anders gedacht und neu bewertet werden, jede Krise verschiebt die Sicht auf das, was möglich ist. Und vielleicht liegt hier wirklich ein Hauch von Chance. Nutzen wir sie!

 

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