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Wir wollen keine Held*innen sein!

Weltweit fehlen derzeit 5,9 Millionen professionelle Pflegekräfte. Jetzt, in Zeiten der Pandemie, ist uns allen das schmerzhalft bewusst.

Jetzt, in Zeiten der Pandemie, reden alle Politiker*innen von „Systemimmanenz“ und jetzt applaudieren die Menschen in aller Welt abends von ihren Balkonen und feiern ihre „Held*innen“. Auf den Stationen mangelt es derzeit weder an Kaffee noch an Schokolade. Boni werden ausbezahlt und Essen spendiert.

Dabei wollen professionell Pflegende keine Heldinnen und Helden sein. Wir sind auch keine Engel. Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Altenpfleger*innen, Pflegefachleute in den Kliniken, Einrichtungen und den ambulanten Diensten sind hochprofessionalisierte Fachkräfte. Fachleute, ohne die es nicht nur während der Pandemie dunkel wird.

Professionell Pflegende wollen eigentlich nur eins: ihre Arbeit machen. Und zwar so, wie sie es können und gelernt haben. Evidenzbasiert und am Individuum orientiert.

Dafür verdienen sie gute Arbeitsbedingungen, angemessene Bezahlung und gesellschaftliche Wertschätzung. Immer. Es wird weitere Weltgesundheitstage geben. Und dann, nach der pandemischen Lage, ist es an uns in Politik und Gesellschaft, darauf zu achten und mit Nachdruck darauf zu bestehen, aus den Versäumnissen der letzten Jahre zu lernen und die wichtigen und notwendigen Reformen endlich umzusetzen.

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