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Wir müssen reden – wir müssen handeln!

2019: Liebe Männer, es ist höchste Zeit!

Heute ist wieder der Tag gegen Gewalt gegen Frauen und zumindest in meiner Bubble werden die erschreckenden Zahlen rauf und runter geteilt.
Jede dritte Frau (!) erfährt hier, mitten unter uns, körperliche Gewalt. Alle vier Minuten wird eine Frau vergewaltigt. In Deutschland. Jede vierte Frau lebt in einer gewaltvollen Beziehung. Für zwei von drei Frauen ist sexuelle Belästigung und Nötigung nichts Neues. Spätestens jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner ermordet. Ja, auch das hier bei uns in Deutschland.
Immerhin: wir reden endlich über Femizide. Die Mittel für Frauenhäuser werden aufgestockt und die Bayerische Staatsregierung errichtet eine Koordinierungsstelle gegen Gewalt an Frauen. Jedem dieser Schritte gingen jahrelange politische Kämpfe voraus.

Endlich schauen wir hin!

Es kann niemals genug Unterstützung und Hilfe für Opfer geben. Es kann niemals zu viel Sichtbarkeit und Problembewusstsein geschaffen werden.
Gleichzeitig müssen wir endlich benennen und erkennen, was der Nährboden der Gewalt ist. Und da, liebe Mitmänner kommen wir ins Spiel.

Macht nicht mit. Zieht Grenzen!

Jeden Tag und wirklich überall begegnen wir ihm: Alltagssexismus.
Der Witz über die Figur der Kollegin. Der Kommentar über die Kleidung der Frau in der Bahn. Die Werbung für Zaunpfähle, die fragt „und wie rammst du ihn rein?“. Überhaupt Werbungen, die Frauenkörper als verfügbares Beiwerk darstellen. Überhaupt Witze, die manchmal sogar sexuelle Gewalt lächerlich machen. Immer dann, liebe Männer, sollten und müssen auch wir laut werden und deutlich Grenzen ziehen.

Gewalt gedeiht in Machtgefällen.

Frauen verdienen weniger (auch deine Kollegin?) und sind damit auch deutlich häufiger Armut ausgesetzt. Vor allem, wenn sie Kinder erziehen. Altesrarmut ist weiblich, denn nach dem Gender Pay-Gap kommt unweigerlich der Pension-Gap.
Männern bereitet es Stress, wenn ihre Frau mehr als 40% zum Haushaltseinkommen beitragen. 2019: das habe ich erst vor ein paar Tagen gelesen. Ernsthaft?

Männer, seid Feministen!

Seid euren Söhnen gefühlvolle Väter, die ihren Müttern auf Augenhöhe begegnen. Seid euren Kolleginnen gute Kollegen und schickt sie nicht vor dem Meeting zum Kaffeekochen, weil sie das ja besser können. Seid die Anwälte der Frauen in der Bahn, die den Platz wechseln oder auszusteigen vorgeben, weil der Sitznachbar breitbeinig sein Gemächt lüften muss. Schreibt Mails an Firmen, die immer noch denken „Sex sells“ und dabei Sex mit Macht über Frauen verwechseln und sie objektifizieren. Denkt nochmal über eure Haltung zu Quoten nach. Mal ehrlich, im Moment herrschen überall da, wo sich viel Geld verdienen lässt und wo es um viel Macht geht, schlicht immer noch Männerquoten.

Diese Gesellschaft braucht keine Machos, sie braucht starke und selbstbewusste Männer an der Seite starker und selbstbewusster Frauen!

Wenn wir gegen die Gewalt gegen Frauen sind, müssen wir ihr den Nährboden entziehen. Das fängt oft wirklich klein an. Mann muss es nur machen!

 

 

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