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Wenn wohnen zum Luxus wird

Wohnen wird teurer. Vor allem in den Städten fällt es immer mehr Menschen schwer, Monat für Monat die steigenden Mieten aufzubringen. Das betrifft Familien, Singles, Alleinerziehende und zunehmend auch Senioren und Seniorinnen.

Wenn die Rente nicht zum Wohnen reicht

Mit dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sinkt in der Regel das Einkommen drastisch. Wer nicht privat vorsorgen konnte hat es schwer.
Wie die Wohnkosten abdecken? Was passiert bei der nächsten Mieterhöhung?
Rentner*innen, die 40% und mehr ihres Einkommens allein für die Miete ausgeben, sind überlastet und gelten bei Neuvermietungen als Risiko.

Selbstbestimmt alt werden?

„Einen alten Baum versetzt man nicht“: viele Menschen wollen in ihrem Viertel, in ihrer Stadt den Lebensabend verbringen. Hier kennen sie sich aus, hier haben sie ihre Kontakte, hier fühlen sie sich zugehörig. Was, wenn ältere Menschen sich das Leben dort, wo sie sein wollen und immer schon waren aber nicht mehr leisten können? Wie viel Flexibilität können und vor allem wollen wir diesen Menschen zumuten?

Eigentumsquote steigern?

Vielen gilt die Steigerung der Eigentumsquote als Allheilmittel gegen Altersarmut und Gentrifizierung in den Quartieren. Also einfach Wohneigentum fördern? Wer heute in den bayerischen Metropol- und Boomregionen auch nur in die Verlegenheit kommt, über den Erwerb von Wohneigentum nachzudenken, dürfte mit Fug und Recht als wohlhabend geltend. Fördern wir den Erwerb von Wohneigentum, fördern wir wieder nicht die, die es wirklich brauchen.
Einheimischenmodelle? Exklusive Vergabeverfahren. Heute voller Kinder. Und morgen?

Wohnen neu denken: bedarfsgerecht, solidarisch und bezahlbar

Es liegt auf der Hand: Wohnen ist ein Menschenrecht. Die Bayerische Verfassung ist klar: jedem und jeder steht ausreichend bezahlbarer Wohnraum zu. Wir brauchen Städte und Kommunen, die sich ihrer Verantwortung für die Menschen wieder bewusst werden. Auslaufende Sozialbindungen, die privaten Investoren zu günstigen Grundstücken verhelfen, nutzen den Menschen auf Dauer nicht. Kommunaler Wohnbau mit dauerhaft bezahlbaren Wohneinheiten; Förderung von Genossenschaften; Innovative Konzepte: Auch hier lohnt sich ein Blick nach Wien.

Flexible Wohnmodelle

Was wäre zum Beispiel, wenn der Wohnraum sich den Bedürfnissen anpassen könnte? Sind die Kinder aus dem Haus, schrumpft die Wohnung um genau die beiden Zimmer, die die Nachbarn nach der Geburt ihrer Zwillinge so dringend brauchen?
In jedem Quartier könnte es Koordinierungsstellen geben, die beim Wohnungstausch helfen: vielleicht gibt es sie ja, die kleinere und deutlich günstigere Wohnung gleich um die Ecke? Vielleicht freut sich die Familie über genau das eine Zimmer mehr? Oder aber Senior*innen finden Gleichgesinnte, die nicht allein leben wollen und gründen eine Wohngemeinschaft?

Gesellschaft verändern – miteinander

Das starre Modell von den eigenen, stets unveränderlichen vier Wänden hat in Zeiten der Wohnungsknappheit ausgedient. Mehr Flexibilität kann auch weniger Einsamkeit bedeuten, wenn wir die Bedürfnisse unsere älteren und alten Mitmenschen einbeziehen. Und das sollten wir dringend verstärkt tun: unsere Gesellschaft wird allgemein älter und schon morgen sind auch wir mitten drin, im Alter.

Zum Weiterlesen: https://www.sueddeutsche.de/politik/wohnen-als-rentner-schoene-aussichten-1.4517965?fbclid=IwAR30OeqYJ5ImtCK3zit_3A9QUvZ_9LKN2xXZR_A-6J-ddOwbALdDdXDL_aM

 

 

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