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Trans Day of Rememberance

Weltweit wurden in diesem Jahr 369 Menschen ermordet, weil sie trans* waren. Das jüngste Mordopfer war 14 Jahre alt. Das älteste 80. Jeder ermordete Mensch ist einer zu viel und doch sind diese 369 Morde nur die, die sicher dokumentiert sind.
Es ist wichtig, dass wir hinsehen und es ist wichtig, dass wir zuhören. Es ist wichtig, dass wir die Menschen sehen, die Opfer wurden und es wichtig, die Menschen zu sehen, die Opfer werden könnten.
Hass muss gelernt werden, bevor er sich so brutal Bahn bricht. Wir müssen dem Hass und der Gewalt entschlossen entgegentreten.
Was kann angesichts solcher Taten Hoffnung machen?
Vielleicht Geschichten wie diese: die jüngere Schwester meiner Freundin hat einen guten Freund aus ihrer alten Klasse. Der Freund stellte sich ihr, der Klasse, den Lehrer*innen und den Eltern der anderen zunächst als das Mädchen vor, als das er gelesen wurde und dessen Namen in seinem Pass stand. Mit 13 hatte er den Mut, seinem engsten Kreis anzuvertrauen, dass er trans* ist. Er bat darum, in seinem privaten Umfeld mit seinem Wunsch-Namen angesprochen zu werden.
Es war der damals vierjährige Bruder meiner Freundin, der sich vollkommen selbstverständlich von jetzt auf gleich umstellte und dem nie ein Deadnaming entschlüpfte.
Für das Kind war es vollkommen einsichtig, dass sich die Eltern, Erzieher*innen und alle anderen bei der Zuordnung des Geschlechtes einfach geirrt haben. Eigentlich müsse man doch die Kinder nur fragen, wenn sie keine Babys mehr sind, fand er.
Ich bin mir sicher, dass mehr und mehr Kinder mit immer weniger Schranken in ihren Köpfen aufwachsen. Und diese Kinder werden dem Hass die Luft zum Atmen nehmen. Diese Kinder werden schon morgen laut werden und übermorgen den ganzen Laden hier übernehmen.

 

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