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Reden wir mit den Expert*innen!

Eigentlich ist es Gang und Gäbe: wenn ich etwas wissen will, frage ich eine Person, die sich mit meinem Problem auskennt. Und wenn ich etwas erarbeiten möchte, dann hole ich mir Expert*innen an den Tisch. Konzepte und Pläne sind immer nur so gut, wie die Menschen aus der Praxis, die sie ersinnen, begleiten und letztlich auch umsetzen. Architekt*innen planen Bauten. Lehrer*innen überlegen sich Lehrpläne. Mobilitätskonzepte brauchen interdisziplinäre Fachleute und aus dem Austausch entsteht hoffentlich brauchbares.

Wenn der Deutsche Pflegerat in seiner Forderung nach einer „Digitalen Agenda Pflege“ ganz besonders darauf hinweisen muss, dass bei deren Entwicklung die Profession Pflege von Beginn an einbezogen werden muss, dann scheint der oben beschriebene Grundsatz hier zur Disposition zu stehen. Warum ist das so?

Pflege wird immer noch als Assistenzberuf der Gesundheitsversorgung wahrgenommen. Pflege ist natürlich mehr als „satt und sauber“. Professionelle Pflege ist eine eigenständige Profession. Es gibt Ausbildungen, Pflegewissenschaft, Grundlagenforschung und immer wieder neue Erkenntnisse. Wenn wir die Profession Pflege fit für die Zukunft machen wollen, dann müssen wir gemeinsam mit den Pflegenden politische Rahmenbedingungen setzen, um diese Zukunft zu gestalten.

Auch in der Pflege liegt ein nicht zu kleiner Teil der Zukunft in der Digitalisierung. Die Profession Pflege will die Digitalisierung gestalten und zum Nutzen der Menschen umsetzen. Denkbar ist z.B. ein erheblicher Bürokratieabbau, digital gestützte Assistenzsysteme, die Sicherheit verschaffen und natürlich digital gestützte pflegerische Vorgänge. Über all das müssen wir reden, Pläne ersinnen, Konzepte erstellen. Mit wem könnten wir das besser, als mit den Pflegefachpersonen aus allen Berufsbildern der Profession?

Mit wem reden Sie eigentlich, wenn Sie ein Haus bauen? Mit Paläontolog*innen? Eher nicht, oder?

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