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Reaktionen auf einen politischen Abend

Habeck im bayerischen Oberland

Es wird nicht der erste und hoffentlich auch nicht der letzte Besuch Roberts im ländlichen Oberland. Zuletzt erntete er viel Beifall beim Milchbauerntag in Huglfing. Als ehemaliger Landwirtschaftsminister hat er ein Gespür für die Sorgen der Menschen. Seine Gabe ist es, zuzuhören und ernst zunehmen, noch bevor er antwortet oder gar urteilt. Ich freue mich auf seinen Besuch im Peißenberger Festzelt Ende Juni und ich bin mir sicher, dass es vielen anderen auch so geht.

Manchen ist grün jedoch zu bunt

Es müssen nicht alle die Grünen mögen und es muss sich nicht jede*r über den anstehenden Besuch freuen. Natürlich darf kritisiert und gemeckert werden und natürlich dürfen sich Menschen andere Redner*innen wünschen. Ein bisschen Grant’ln gehört dazu. Gerade hier bei uns.

Einreiseverbot in den Landkreis?

Eine Vertreterin der Bayernpartei jedoch stellt im Kreistag ernsthaft den Antrag, Robert Habeck die Einreise in den Landkreis zu verweigern und seinen Auftritt im Festzelt damit zu verhindern. Das kann mensch lustig finden und unter „frühkindliche Allmachtsphantasien“ verbuchen. Auch ich habe herzhaft gelacht und amüsiere mich königlich über die Reaktionen in den sozialen Medien. Doch welches Selbstverständnis steckt hinter einen solchen Forderung?

Wie hoch sind die Mauern in einigen Köpfen?

Festung Europa, deutsche Grenzen dicht, bayerischer Grenzschutz und jetzt Schlagbäume zwischen den Landkreisen? Jeglicher Austausch, alle Kontroversen und alles Unliebsame müssen draußen bleiben? Wie klein muss ich meine Welt machen, damit sie mir vermeintlich heil und kontrollierbar erscheint? Was sind diese Menschen bereit, für die Kontrolle ihrer kleinen heilen Welt zu opfern und wie weit würden sie gehen? Muss dann auch gehen, wer an den Schlagbäumen sägt?

In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Dieser Kreistagsantrag ist symptomatisch für eine gesellschaftliche Entwicklung, der ich mich ganz entschieden entgegen stellen will und werde. Es ist sich nicht jede*r nur selbst der/die Nächste. Gesellschaft kann nur solidarisch funktionieren. Dazu gehört es auch, andere Meinungen zuzulassen und die Welt um uns herum mit allen Konsequenzen auszuhalten. Verbesserungen und Gestalten gehen nur mit offenen Augen und offenen Herzen.

Die Jugend ist mutig und zukunftsorientiert

Die gestrige Europawahl hat aber auch gezeigt, dass offene Augen und offenen Herzen kein Randphänomen sind. Diese Wahl war eine Zukunftswahl, eine Klimawahl, eine Richtungsentscheidung für die drängendsten Fragen unserer Zeit. Das ist gut so und das zeigt mir, dass wir uns schon sehr bald nicht mehr mit solch kleinstgeistigen Anträgen werden befassen müssen.

Am Ende bleibt die Zuversicht

Ich hoffe, wir sehen uns. Ob in Peißenberg oder in Ägypten: ich freue mich auf euch.

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