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Praktikum aus dem Wohnzimmer? Geht klar!

Lange geplant und zugesagt: in den letzten zwei Wochen hatten wir Team-Verstärkung durch eine engagierte Praktikantin. Wie das in Zeiten einer Pandemie gelingen kann, beschreibt Annabelle selbst:

Mein Name ist Annabelle, ich bin 22 Jahre alt und komme aus München.
Zur beruflichen Orientierung wollte ich mehr über das wirtschaftliche Arbeiten sozialer Unternehmen erfahren. Nach inzwischen zwei absolvierten Praktika in diesem Bereich, habe ich mich auf einen Tipp hin, um ein Praktikum in der Gesetzgebung bei dem pflegepolitischen Sprecher Andi Krahl der GRÜNEN beworben. Nach unkomplizierter Abwicklung waren wir uns einig, dass ich seinen Alltag für zwei Wochen begleiten kann, indem ich regelmäßig ins Büro seines Wahlkreises nach Weilheim komme und zum Beispiel an Plenarsitzungen in München teilnehme.

Nun ja, neun Wochen später sah die Situation anders aus – Corona beherrscht die Welt!

Ziemlich schnell war klar, dass das Praktikum in dem beschriebenen Rahmen so nicht stattfinden kann. Trotz der Umstände bin ich am 20.04.2020 in mein Praktikum gestartet – aus dem Home-Office heraus.
Es hat nicht lange gedauert, bis meine erste Online-Videokonferenz stattgefunden hat – im Arbeitsalltag völliges Neuland für mich! Zoom machte es möglich: Mir wurde ein Link zugemailt, der mich zum Download verwies, um an der Konferenz teilnehmen zu können. Nochmal kurz ein Kameracheck und schon ging mein erstes Meeting per Video los. Zu Anfang war es etwas befremdlich, mit jemandem in meinem Wohnzimmer zu sprechen, den ich zuvor noch nie gesehen hatte.

In den Alltag eines Abgeordneten gehören zudem regelmäßige Arbeitskreise und Fraktionssitzungen.

So konnte auch ich an dem AK für Wirtschaft & Soziales teilnehmen. Wieder habe ich einen Link erhalten, der mich diesmal zu GoToMeeting geführt hat. Gleiches Prozedere wie bei Zoom, nur dass mir anstatt einer Person, gleich über 30 Meeting-Teilnehmer*innen der GRÜNEN gegenüber saßen. Interessant zu sehen, war das Abstimmungsverfahren per Video- und Audiozuschaltungen in Form von Hand- und Wortmeldungen. Sowas habe ich auch noch nicht erlebt!

Während meiner Praktikumszeit tagte der Gesundheitsausschuss im Bayerischen Landtag.

Anstatt persönlich vor Ort zu sein, konnte die Sitzung live und öffentlich über Youtube mitverfolgt werden. Zu sehen war ein Raum mit circa zehn Personen, die an den Tischen nach ihrer Partei verteilt saßen. Zudem waren per Video noch ungefähr fünf Teilnehmer live aus dem Home-Office zugeschaltet – einer davon Andi.
Ziemlich interessant was technisch so alles möglich ist. Ein paar dieser Erkenntnisse und Möglichkeiten wären zukünftig bestimmt weiterhin in Betracht zu ziehen, um beispielsweise CO2 und Fahrzeiten einzusparen.

In Woche zwei durfte ich eine Schriftliche Anfrage zum Thema „Psychotherapeutische Begleitung von Pflegepersonal“ formulieren.

Wie man daraus unschwer erkennen kann, lief unsere komplette Kommunikation online. Für Kleinigkeiten lief es über WhatsApp, für Diskussionen und Sachbesprechungen über Zoom und für den Dokumentenaustausch per Mail.
Doch so zukunftsorientiert ein Home-Office-Arbeitsplatz auch sein mag, schätze und wünsche ich mir als gelernte Industriekauffrau den persönlichen Kontakt zwischen Kollegen im Büro sehr. Hierbei erlebt man Spontanität, Stimmungen, das Alltagsgeschwirr, unerwartete Ereignisse, das Kommen und Gehen, und und und … – so vielleicht in Zukunft auch den Büro-Alltag eines GRÜNEN-Abgeordneten. 

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