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Mindestlohn? Blanker Hohn!

Professionell Pflegende tragen Verantwortung für Leben. Sie arbeiten in einem aufreibenden Drei-Schicht-System. Ihre Arbeit wird wenig gewertschätzt. Ihr gesellschaftlicher Status ist gering. „Pflege kann jede*r“ ist ein in vielen Köpfen immer noch verankertes Vorurteil. Und: Sie werden für immer mehr Arbeit viel zu schlecht bezahlt.

Der „Pflegenotstand“ nährt sich von diesen Bedingungen

Das, was wir immer noch als Pflegenotstand verharmlosen, nimmt genau hier Fahrt auf: Pflegepersonen verlassen den Beruf, manche direkt nach der Ausbildung. Die Abbruchquote unter den Schüler*innen ist hoch.

Jetzt soll es Mindestlohn richten?

Ab 2022 soll der Mindestlohn in der Altenpflege, also dort, wo wir direkt in eine humanitäre Katastrophe schlittern, auf 15,40 Euro für ausgebildete Pflegefachpersonen steigen. Pflegekräfte fühlen sich vollkommen zurecht verhöhnt. Qualifizierte Pflegehelfer*innen und Pflegehelfer*innen ohne Ausbildung verdienen weniger, aber nicht deutlich.

So steigern wir die Attraktivität des Berufes nicht!

Wir brauchen flächendeckende Tarifverträge, die ein auskömmliches Gehalt sicherstellen. Wir brauchen flexiblere Arbeitszeitmodelle, die es auch Eltern ermöglicht, in der Pflege zu arbeiten. Wir brauchen die Anerkennung als Profession.

Die professionelle Pflege will keine Almosen!

Die skandinavischen Länder machen es vor: runter mit der Arbeitszeit in der Vollzeit steigert gleichzeitig die Löhne und sorgt für die dringend notwendige Balance. Schwedische Studien belegen, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit die hohen Krankenstände in der professionellen Pflege drastisch senkt und die Zufriedenheit der Pflegenden ebenso drastisch steigert.
Wenn wir wirklich die Attraktivität eines gesellschaftlich hochrelevanten Berufsbildes steigern wollen, wird es mit Brosamen nicht getan sein!

Diese Halbherzigkeit macht krank!

Eine Untersuchung der TKK zeigt, dass Pflegefachpersonen deutlich häufiger krank sind und deutlich mehr Medikamente (vor allem Psychopharmaka) nehmen, als Menschen anderer Berufsgruppen.

Eine Mindestlohnkommission ist vor den Hintergründen der Probleme wie ein Schlag ins Gesicht der Pflegekräfte, die wir noch haben und wird keine weiteren Menschen für die Berufsbilder begeistern.

 

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