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Mehr Fachkräfte, weniger Rotation!

Dramatische Berichte aus Spanien und Italien werden sich in unser Bewusstsein einbrennen. Verlassene Pflegebedürftige, hohe Infektionsraten beim Pflegepersonal, viel zu viele Menschen sterben.
Und nichts davon ist weit weg. Wenn wir nach Würzburg schauen, holt die Realität uns auch in Bayern ein. Neun Pflegebedürftige starben, 34 weitere sind infiziert. 50 Pflegekräfte befinden sich in Quarantäne.

Vorbeugen! Aber wie?

Gerade alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet. Die Statistiken belegen einen hohen Alters-Median der Todesopfer. In unseren Pflegeheimen werden die gepflegt, deren Betreuung zu Hause nicht gewährleistet werden kann. Pflegeplätze sind rar und gerade jetzt händeringend gesucht. Und die Pflegekräfte? Es sind zu wenige. Vor Corona waren es dramatisch zu wenige, jetzt sind es katastrophal zu wenige Fachpersonen. Infektionsschutz braucht nicht nur Material, er braucht auch Zeit. Behandlungspflege bei multimorbiden Personen braucht Zeit. Jeder Handgriff, jedes angereichte Essen, jede Hilfe am Waschbecken: Zeit ist das wertvollste Gut in unseren Pflegeeinrichtungen. Zeit ist Geld. Das ist das Problem.

Und wenn es nicht mehr zu leisten ist?

Pflegeheimbewohner*innen müssen medizinisch so gut wie möglich versorgt werden. Verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch, müssen sie natürlich in eine Akutklinik überwiesen werden.
Gleichzeitig: mehr Fachpersonal in den Heimen, das ohne Überlastung das tun könnte, was ihre hohe Qualifikation hergibt, könnte so manchen Klinikaufenthalt überflüssig machen. Die Kliniken bemühen sich ihrerseits aus genau den selben Gründen nämlich, die Menschen schnellstens wieder in ihr Heim zu entlassen.
Nebenbei ist eine Klinik gerade für besonders vulnerable Gruppen in Zeiten der Pandemie nicht der Ort der Wahl. Denn bei allen Hygienemaßnahmen: das Infektionsrisiko ist hier immer hoch.

Wir müssen das Pflege-Karussell anhalten.

Mehr Fachpersonal in die Pflegeheime. Ausreichend Zeit. Schutzkleidung. Bei den Verletzlichsten unter uns Infektionsketten brechen: Klinikaufenthalte vermeiden ist jetzt das Beste, was wir für die Risikogruppe im pflegerischen Bereich tun können.

Für alle anderen bleibt es dabei: wer kann, bleibt zu Hause!

Wir sind weiterhin alle auf gegenseitige Solidarität angewiesen.

 

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