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Internationaler Frauentag!

Der internationale Frauentag ist Kampftag. Immer noch.
Weltweit gehen heute Frauen auf die Straße und setzen Zeichen gegen Gewalt, gegen Unterdrückung, gegen Ausbeutung.
Und hier? „Frauen sind doch längst gleichberechtigt!“ höre ich immer wieder. „Steht ja schließlich auch im Gundgesetz.“

Strukturelle Benachteiligungen von Frauen sind real! Sie sind messbar.

Gender Pay Gap, Gender Care Gap, Gender Pension Gap, Gender Data Gap: hinter all diesen Begriffen versteckt sich eine Lücke. Jede dieser Lücken offenbart Ungleichheiten, die das Leben von Frauen nicht nur massiv einschränken, sondern es bestimmen. Frauen verdienen weniger für die geichwertige Arbeit. Frauen landen in der Teilzeitfalle, wenn sie Mütter werden. Frauen sind in der Folge von Altersarmut betroffen. Forschung geht immer noch vom Mann als Norm aus.

Gewalt gegen Frauen ist Gewalt von Männern. Sie endet tödlich. Jeden dritten Tag.

Jeden Tag, also heute und gestern und morgen versucht ein Mann seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu ermorden. Jeden dritten Tag gelingt das irgendwo in Deutschland mitten unter uns. Frauenhäuser müssen jede zweite Frau abweisen. Vielen bleibt keine andere Wahl, als die Rückkehr zum gewalttätigen Partner.

In der Politik entscheidet die Mehrheit: blöd für Frauen.

Der Frauenanteil in unseren Gemeinderäten, Stadträten, Kreistagen, Landtagen und dem Bundestag ist erschütternd. So kommt es, dass vor allem Männer entscheiden, was Frauen unmittelbar betrifft. Recht auf Information zu Schwangerschaftsabbrüchen? In Deutschland 2020 vor allem Männersache.

Arbeit ohne Geld? Das ist Frauensache.

Weltweit leisten Frauen und Mädchen täglich über 12 Milliarden Stunden Haus-, Pflege- und Fürsorgearbeit – unbezahlt. Haushalt, Kindererziehung und die Angehörigenbetreuung machen auch bei uns die, deren bezahlte Arbeit uns weniger wert ist. Frauen.

Wir sind meilenweit von Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit entfernt.
Ich kann und will diese Diskussionen nicht mehr führen.
Liebe „den Frauen geht es hier doch gut“ und „Quoten diskriminieren Männer“-Sager:

Der Verlust von Privilegien ist keine Diskriminierung!

Für eine gleichberechtigte Gesellschaft! Volle Solidarität zum Frauenkampftag!

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