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Im Gespäch mit der AOK Bayern

Selbstbestimmt und gemeinsam in WGs

Klar ist: der Pflegemangel beschränkt sich nicht auf unsere Krankenhäuser. Wir werden älter und viele von uns damit leider auch pflegebedürftig.
Klar ist auch, dass wir neue Konzepte brauchen, um der stetig steigenden Nachfrage zu begegnen. Eines dieser Konzepte sind Pflege-WGs. Wohngruppen ermöglichen den Menschen, in familiärer Atmosphäre möglichst lange und möglichst selbstbestimmt in Gemeinschaften zu leben.
Die Einrichtung solcher Wohngruppen wird von der Staatsregierung gefördert. Gut so.

Kosten für professionelle Pflege abwälzen?

Die AOK Bayern versucht nun jedoch die in den Wohngruppen nötigen Behandlungspflege wie „einfache Wundversorgungen“ und „Medikamentengabe“ aus ihrem Leistungskatalog zu streichen. Diese „einfache Behandlungspflege“ könnten auch von fachfremden Betreuer*innen und Alltagsbegleiter*innen ausgeführt werden. Frei nach dem alten Motto: „Pflege kann jede*r“ werden so unvermeidbare Kosten auf die Pflegebedürftigen abgewälzt und gute Konzepte stehen vor dem Aus.

Pflege kann jede*r?

Derzeit gibt es in Bayern fast 400 Pflege WGs, Tendenz steigend. Über 100 dieser Wohngruppen sind auf Demenzkranke spezialisiert. Viele Bewohner*innen sind mehrmals täglich auf unterschiedliche Medikamente angewiesen. Die Vorbereitung und die Verabreichung dieser Medikamente muss durch gut ausgebildetes Fachpersonal erfolgen, auch um Nebenwirkungen zu vermeiden. Diese enorme Verantwortung können wir nicht auf Alltagsbegleiter*innen und Ehrenamtliche abwälzen. Das ist ebenso verantwortungslos wie die Wundversorgung offener Druckstellen oder Wunden durch Diabetes auf Laien zu übertragen.

Ein absolut falscher Weg

Dieses Verhalten der AOK Bayern befeuert den Pflegenotstand. Gemeinsam mit meiner Kollegin Barbara Fuchs bin ich deswegen mit den Verantwortlichen der AOK im Gespräch.
Wir wollen, dass den Menschen die Wahl bleibt, wie sie im Alter versorgt und gepflegt sein wollen. Wir wollen gute alternative Konzepte fördern. Und wir wollen die finanziellen Belastungen für die Menschen überschaubar halten.

Zum Weiterlesen:
https://www.sueddeutsche.de/bayern/2.220/aok-bayern-einsparungen-pflege-1.4532140

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