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Halten Nähte uns jetzt zusammen?

Pandemie, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote, Mindestabstand, Homeoffice: diese Krise stellt unsere Gesellschaft gründlich auf den Kopf. Innerhalb weniger Tage hat sich unser Leben komplett verändert. Für die einen ist die tägliche Arbeit zur noch größeren Herausforderung geworden, während andere sich komplett neu erfinden müssen.

Zur Untätigkeit verdammt

Abwarten: Zu Hause bleiben, mit der Familie oder allein und nichts beitragen zu können fällt schwer. Gerade die Macher*innen, die ihre Welt im Griff zu haben gewohnt sind, wollen natürlich ein Teil der Lösung sein, ein Rädchen im Getriebe, das uns da durch bringt. Lösungen kreieren, Hilfe anbieten, einfach irgendetwas sinnvolles tun. Das ist nur zu verständlich und das ist wunderbar!

Unzählige Ideen

Nachbarschaftshilfen, Unterstützungshotlines, Onlinelesungen: die Kreativität ist grenzenlos. Ganz viele Leute haben schon vor Wochen begonnen, Mundschutze zu nähen. Dazu kursieren ganz unterschiedliche Anleitungen. Mit Draht oder ohne, gefaltet oder übereinander gelegt. Tausende davon werden gesammelt, verschickt, verschenkt. Manche nähen für Pflegeheime, Krankenhäuser, das Bayerische Rote Kreuz.

Was schützt uns vor dem Sars-Cov2, dem aktuellen Corona Virus?

So wunderbar ich diese Hilfsbereitschaft und den Einsatz der vielen Näher*innen finde: ein Baumwollmundschutz schützt niemanden vor einer Ansteckung und er hält auch die eigenen Viren nicht zurück. Diese bunten, oft fröhlichen Mundschutze können ein Zeichen der Höflichkeit sein: „ich mache mir Sorgen und ich achte darauf, dich nicht anzustecken“. Sie können ein Zeichen der Verunsicherung sein: „komm mir bitte nicht zu nah“. Sie können Menschen daran erinnern, sich nicht ins Gesicht zu fassen, weil dort eine Barriere ist und so, wenn sie angenehm zu tragen sind, Schmierinfektionen verhindern. Aber ein selbstgenähter Mundschutz, egal nach welcher Anleitung bietet keinen Schutz vor Ansteckung. Sie schließen nicht dicht am Gesicht ab und der Stoff kann die Aerosole nicht filtern.

Mein Appell: bleibt zu Hause, haltet Abstand, wascht euch die Hände!

Das sind die Maßnahmen, die die Verbreitung des Virus am effektivsten verhindern können. Wenn ihr zusätzlich beim Einkaufen einen Mundschutz tragt, schadet das nicht. Wenn ausnahmslos alle einen trügen, könnte es sogar einen gewissen Nutzen entfalten und zumindest andere Ansteckungen vermeiden. Es ist natürlich gerade jetzt wichtig, ganz allgemein auf die Gesundheit zu achten.

Haltet zusammen, näht, schaut aufeinander, verschenkt und sammelt

Aber bitte vergesst bei all dem nie: Abstand ist das neue Kümmern.

 

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