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Gute Pflege braucht starke Teams!

Verantwortungsvolle Aufgaben sollten auf ausreichend vielen Schultern verteilt werden. Gerade dann, wenn es um die Gesundheit oder gar um Leben oder Tod geht.

Wie viel Kraft reicht?

Die Anzahl der Pflegekräfte in stationären Einrichtungen und Wohngruppen muss dem Bedarf folgen. Wer braucht wie viel Pflege? Was muss getan werden, um die Menschen optimal zu versorgen? Nur aus diesen Fragen kann sich die Bemessung der Personaldecke ergeben.

Professionelle Pflege? Mit Sicherheit!

Genug Personal schafft Sicherheit für Bewohner*innen und Klient*innen, weil es eine optimale Pflege mit Plan und Ziel sicher stellt. Evidenzbasiert und am Menschen ausgerichtet.
Gute Pflege hat so viel Zeit wie nötig und braucht die Stoppuhr allenfalls zum Pulsmessen.

Starke Teams schützen vor Überforderung

Pflegekräfte, die bereits zum Schichtbeginn wissen, dass sie die anstehende Arbeit nicht schaffen werden sind überfordert und frustriert. Das hält niemand lange aus. Der inzwischen schon sprichwörtliche Stress in allen Berufsbildern der professionellen Pflege treibt den Nachwuchs ganz sicher nicht in die Kliniken und Pflegeheime.
Es ist also eine Milchmädchenrechnung, Personal zu sparen, weil Personal knapp ist.
Wir brauchen deutlich bessere Arbeitsbedingungen, um die Menschen im Beruf zu halten und um Nachwuchs zu gewinnen.

Gute Teams haben Expert*innen

Professionelle Pflege ist anspruchsvoll und trägt viel Verantwortung. Es ist also unabdingbar, dass  ausreichend Fachkräfte im Team sind. Natürliche sind Fachkräfte teurer und ja, wir haben zu wenig Pflegefachkräfte in Bayern. Ein Absenken der Fachkraftquote geht nur zu Lasten der Pflegequalität und der Sicherheit für Patient*innen und zu Lasten der Arbeitsbedingungen für alle Kolleg*innen. Dies beschleunigt letztlich die Abwärtsspirale im Pflegenotstand.

Es ist dringend! Mein Antrag:

Die Situation in der professionellen Pflege ist in allen Berufsbildern kritisch. Der Pflegemangel betrifft längst nicht „nur“ unsere Akutkliniken, sondern auch unsere stationären Langzeiteinrichtungen, Wohngruppen und ambulanten Angebote.
Mein letzter Dringlichkeitsantrag wendet sich daher mit einem eindeutigen Apell an die Staatsregierung:

(Antrag im Wortlaut)

Der Landtag wolle beschließen:
Die Versorgungsqualität durch Fachkräfte in der Pflege in stationären Einrichtungen,
in ambulant betreuten sowie betreuten Wohngruppen soll mit einem verbindlichen
Personalbemessungsinstrument sichergestellt werden. Dazu wird die Staatsregierung
aufgefordert, dies im Pflege- und Wohnqualitätsgesetz entsprechend zu ergänzen. Des Weiteren
wird die Staatsregierung aufgefordert sich klar gegen ein Absenken der Fachkraftquote als
Lösung gegen den Personalmangel in der professionellen Pflege zu bekennen.
Begründung:
Die Bereitstellung einer bedarfsgerechten Personalausstattung dient nicht nur dem Schutz der
Patientengesundheit, sondern stellt auch eine wesentliche Voraussetzung für zufriedenstellende
Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals dar. Dies ist auch eine sehr wichtige Voraussetzung
für den langfristigen Verbleib im Beruf und die Gewinnung von neuem Nachwuchs. Die
Bestrebungen Fachkraftquoten in der stationären Langzeitpflege zu senken ist nicht
nur kurzfristig gedacht, sondern führt ebenso zu weiteren Belastungen, unzufriedenen
Mitarbeiter*innen, schlechte Arbeitsbedingungen und die Profession Pflege wird weiter
untergraben.
Lt. Art. 3 Absatz 2 Satz 4 und Absatz 3 Satz 1 Pflege- und Wohnqualitätsgesetz haben die Träger
und Leitungen sicherzustellen, dass eine angemessene Qualität der pflegerischen Versorgung
durch ausreichend fachlich geeignetes Personal gesichert ist. In diesem Zusammenhang würde
ein Personalbemessungsinstrument konkret festlegen wie viel Fachkräfte ausreichend sind. Auch
in Anbetracht der ab 2020 kommenden Generalistik und der damit verbundenen vorbehaltenden
Aufgaben der Fachkräfte in der Pflege, darf es jetzt nicht darum gehen weg von bedarfsgerechter,
qualifizierter Personalausstattung hin zu „Pflege kann jeder“ zu steuern.
Bayerns Stimme für die Pflege, die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB), lehnt
Notlösungen wie das Absenken der Fachkraftquote in der stationären Langzeitpflege ab. Auch
sie fordert ein nach festen Vorgaben, verbindliches Instrument zur Ermittlung des tatsächlichen
Pflegebedarfs. Erst wenn dieser Schritt gegangen wird, machen Pflegepersonaluntergrenzen
Sinn, wie sie seit 01. Januar 2019 in den Bereichen Kardiologie, Geriatrie, Unfallchirurgie und
Intensivmedizin gelten. Die Maßnahmen des Bundesgesundheitsministeriums hinsichtlich der
Pflegepersonaluntergrenzen in den Krankenhäusern sind erste wichtige Schritte. Auch die
finanzielle Unterstützung aus dem Sofortprogramm des Bundesgesundheitsministeriums, dass
stationäre Pflegeeinrichtungen die Möglichkeit haben den Aufwand im Zusammenhang mit der
medizinischen Behandlungspflege in der stationären Altenpflege pauschal teilweise abzudecken,
sind Anfänge um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Der Pflegenotstand lässt sich nicht mehr
wegdiskutieren und wir alle sind gefordert um schnellstmöglich alle Möglichkeiten zu prüfen,
entsprechende Maßnahmen einzuleiten um den Bürgern und Bürgerinnen die bestmögliche
Versorgung zu gewährleisten.

https://www.gruene-fraktion-bayern.de/themen/gesundheit-und-pflege/2019/pflegenotstand/?L=0

Foto: © ThinkstockFotos

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