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Explodierende Zuzahlungen: Söders Pflegegeld verpufft

Andreas Krahl fordert strukturelle Verbesserungen in der stationären Pflege statt „Pflegegeld wie Streumunition zu verballern“

München (30.1.2019/hl). Schwere Versäumnisse bei der strukturellen Verbesserung der stationären Pflege in Bayern wirft der pflegepolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Andreas Krahl, der Regierung Söder vor. „Wer explodierende Pflegekosten hinnimmt und gleichzeitig Pflegegeld wie Streumunition verballert, ist nur auf kurzfristige Show aus – aber nicht auf echte Verbesserungen für Pflegebedürftige“, kritisiert Andreas Krahl.

Laut Mitteilung des Ersatzkassenverbands Bayern sind die privat zu stemmenden Zuzahlungen (Eigenleistungen) von Pflegebedürftigen in bayerischen Pflegeheimen binnen eines Jahres durchschnittlich um über 1.000 Euro gestiegen. „Für die Betroffenen heißt das: Sie dürfen Söders großzügig gewährtes Pflegegeld gleich weiterreichen“, erläutert Andreas Krahl. „Das Problem ist nur: Die Pflegekosten galoppieren weiter, weil Mittel für wichtiges strukturelle Maßnahmen in der Pflege fehlen.“ Beispielhaft nennt Andreas Krahl die Anschaffung sinnvoller Pflegeassistenzmittel wie Hebevorrichtungen oder die Verbesserung der Betreuungsschlüssel in den Pflegeeinrichtungen.

Sein Fazit: „Das Pflegegeld entpuppt sich als Scheingeschenk. Je näher man es betrachtet, desto weniger bleibt übrig. Und in diesem Fall löst es sich schon im ersten Jahr der Auszahlung in Luft auf.“ Die schwarz-orange Landesregierung müsse nun zeitnah erklären, was sie gegen die explodierenden Pflegekosten unternehmen will, so Andreas Krahl.

Holger Laschka
Pressesprecher