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Ein Taschengeld ist keine Lösung!

Gute Betreuung und professionelle Pflege im Heim ist wertvoll. Natürlich ist sie auch kostspielig. Für einen Teil des Geldes treten die Pflegeversicherungen ein. Am Ende bleibt aber immer noch der selbst zu zahlende Eigenanteil, der direkt bei den Pflegebedürftigen zu Buche schlägt. Dabei variiert die Höhe des Eigenanteils von Bundesland zu Bundesland.

In Bayern wird’s wieder teurer

Dieser Eigenanteil stieg in Bayern im letzten Jahr wieder um rund 100 Euro auf durchschnittlich 1969 Euro monatlich.
Bei diesen Summen ist eines klar: die Pflege braucht eine grundlegende Finanzreform. Da ist das Bundesministerium gefragt.
Und hier? Vor Ort gibt es in Bayern ein Taschengeld für Alle: 1000 Euro Landespflgegeld als Wahlgeschenk aus der letzten Landtagswahl.

Nur: wem nützt das?

Denen, die immer höhere Eigenanteile stemmen müssen, zerrinnt das Geld zwischen den Fingern. 80 Euro im Monat sind hier nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein.
Denen, die zu Hause betreut und versorgt werden, sind diese 80 Euro ein Taschengeld und vielleicht der Spielraum für leine Aufmerksamkeiten gegenüber betreuenden An- und Zugehörigen. Echte Wertschätzung sieht anders aus.
Ein jährlicher Tausender aus der Gießkanne, deren Verwaltung und Abwicklung ja auch nicht kostenlos ist, ist viel zu viel Geld umsonst.

Strukturelle Verbesserung? Fehlanzeige.

Die Millionen, die Söders Almosen verschlingen, sind in einem System dem an allen Ecken und Enden nicht nur finaziell die Luft ausgeht, eher der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.
Gießkannengeschenke ohne Lenkungswirkung, ohne strukturelle Verbesserungen und ohne spürbare Steigerung der Lebensqualität für Betroffene braucht niemand in der Pflege und Betreuung. Nicht zu Hause und nicht im Heim.

Wie wirkt sich diese Preisspirale konkret aus?

Wenn sich Pflegebedürftige ein Heim nicht leisten können, fällt die Entscheidung für häusliche Betreuung aus rein finanziellen Überlegungen und nicht selbstbestimmt. Das belastet die, die Pflege brauchen und die, die Betreuung liefern. Betreuende An- und Zugehörige sind in den meisten Fällen auch 2020 immer noch Frauen, die dann die eigenen Erwerbsarbeit hinten an stellen oder ganz aufgeben. Das bringt sie akut in Abhängigkeit und stellt auf lange Sicht die Weichen in die Altersarmut. Die Frage nach einer Heimbetreuung wird sich für diese Frauen dann eher auch nicht in Selbstbestimmung stellen. Dieser Entwicklung mit Achselzucken zu begegnen, übt finanzielle Gewalt auf gleich zwei besonders vulnerable Gruppen aus: auf die pflegebedürftigen älteren und die betreuenden Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter.

Und jetzt? Was geht besser?

Geld, das die Staatsregierung für Pflegebedürftige ausgeben will, soll auch wirklichen Nutzen entfalten. Und zwar für die, die es dringend brauchen.
Unterstützung mit Rat und Tat vor Ort, bessere Bedingungen für die  Profession und Pflege, die für die Menschen, die nicht mehr leisten können trotzdem bezahlbar bleibt.
Mitte des Jahres will das Bundesministerium einen neuen Finanzierungsvorschlag vorlegen. Bis dahin können alle Betroffene nur das Beste hoffen. Die Wahlplakate sind längst abgehängt.

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