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Angekommen? Ganz da!

Abgeordneter des Bayerischen Landtags:

Als das nach der Wahl klar war, rang ich erst mal um Atem. Demut vor dem Mandat? Absolut. Ich wurde gewählt, um meine Stimme zu erheben und meine Positionen zu vertreten. Dieser Verantwortung war ich mir sehr bewusst. Dankbarkeit? Natürlich. Ich war dankbar für jede Stimme, ich war gerührt und berührt von dem enormen Vertrauen und ich war zugegebenermaßen auch ein bisschen stolz, dass meine Botschaften im Wahlkampf bei den Menschen angekommen sind.

Überhaupt der Wahlkampf.

Natürlich versuchen alle Politiker*innen und die, die es werden wollen, sich im Wahlkampf hervorzutun. Es wird positioniert, kommentiert, lamentiert und produziert. Und es wird zuweilen versprochen. Versprechen erweisen sich im späteren Tagesgeschäft manchmal als Versprecher. Das sollte mir bitte nicht passieren.
Von Anfang an habe ich meine Meinung und meine Positionen lieber nochmal überdacht, diskutiert und gefestigt, bevor ich mich damit auf ein Podium gestellt habe. Das war mein Anspruch.

Das ist mein Anspruch.

Jetzt, ein Jahr später, hat sich daran nichts geändert. Als Pflegepolitiker fällt es mir nicht schwer, mit beiden Füßen fest am Boden meiner Überzeugungen zu stehen.
Als senior*innenpolitischer Sprecher ist Zuhören ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit: Bedarfe erfragen, Besonderheiten beachten, Sensibilität schärfen.
Natürlich muss ich meine Ideen und meine Meinung selbstbewusst bei meiner parlamentarischen Arbeit vertreten. Und selbstverständlich bleibt meine Meinung nicht unwidersprochen und manchmal finden die Kolleg*innen meine Wege vielleicht nur halb so gut.

Von offenen Ohren und fehlenden Scheuklappen.

Demokratische Prozesse dauern. Für Menschen, die auf schnelle Entscheidungen hoffen, manchmal quälend lang. Die Abgeordneten legen die eigenen Meinungen dar, hören den Kolleg*innen zu, diskutieren miteinander und finden im Idealfall zügig einen Kompromiss. Um diese Kompromisse ringen wir in langen Sitzungen und Gesprächen. Das ist gut und richtig so und jeder errungene Kompromiss ist das Rückgrat unserer demokratischen Gesellschaft.

Zu den eigenen Grundwerten stehen: das Rückgrat der Politiker*innen.

Am Ende jeden Tages weiß ich um den nächsten Morgen. Und an jedem nächsten Morgen will ich wieder in den Spiegel sehen können und ich will mich darin wiedererkennen.
Nicht, weil ich Falten oder graue Haare zählen wollte, sondern ich will meinem eigenen Anspruch gerecht werden:
Zu den Überzeugungen stehen, die mich veranlasst haben ein Mitglied des Bayerischen Landtages werden zu wollen.
Für diese Überzeugungen jeden Tag zu kämpfen.
Die Welt ein bisschen besser machen. Das ist bedeutsam.

Das bleibt mein Anspruch.

An mir soll sich Politikverdrossenheit die Zähne ausbeißen. Ich habe meine politischen Ziele früh formuliert und ich werde sie nicht aus den Augen verlieren. Auf meinem Weg entdecke ich natürlich auch immer wieder Ziele, für die es sich auch zu kämpfen lohnt.
Ich werde weiterhin um die besten Kompromisse kämpfen und ich werde mich auch zukünftig nicht leise in der Bank des Plenarsaals herumdrücken.

Versprochen!

 

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