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Der Verlust von Priviligien ist keine Diskriminierung!

Marcel Luthe (FDP), Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses wollte es genau wissen: er stellte eine parlamentarische Anfrage darüber, wie viele Frauen und Männer in der Berliner Verwaltung arbeiten und zu welcher Besoldung sie das tun.
Und das kam heraus: es arbeiten insgesamt mehr Frauen als Männer in der Verwaltung. Der Frauenanteil im Bildungswesen ist erwartungsgemäß hoch: in Berlin gibt es mehr Lehrerinnen als Lehrer. Andererseits gibt es wesentlich mehr Polizisten als Polizistinnen.
Die Besoldungsstufen A13 und höher erreichen mehr Frauen. Und Frauen, das weiß Luthe jetzt auch, haben durchschnittlich mehr Krankentage als Männer. Puh.
Herr Luthe findet, man müsse jetzt die Männer fördern und wittert einen „umgekehrten“ Gender-Pay-Gap. Männer müssten gleichgestellt werden! Jawohl!
Schauen wir mal ganz genau hin, was die Anfrage noch so zu Tage befördert hat: 22 482 Frauen arbeiten in Teilzeit. Bei den Männern sind es ganze 4 331.In den sehr hohen Besoldungsstufen (B-Besoldung) sind Männer nach wie vor deutlich in der Überzahl.
Und Frauen, lieber Herr Luthe, sammeln ihre Fehltage nicht nur wegen eigener Krankheit, sondern auch, weil die unbezahlte Care-Arbeit immer noch ganz überwiegend in Frauenhand liegt. Ist das Kind krank, bleibt die Mutter zu Hause. Müssen Oma oder Opa ins Krankenhaus, kümmern sich darum meist die Frauen.
Ich gebe Ihnen Recht, Herr Luthe: wir brauchen die Gleichstellung der Männer, was den Anteil an all den unbezahlten, nicht gesehen Handgriffen und an der familiären Care-Arbeit angeht.
Und wir brauchen die Gleichstellung der Männer bei der Teilzeitquote, damit mehr Frauen in Vollzeit arbeiten können. Und wir müssen wirklich endlich an diese Männerquote ran, die in den höchsten Besoldungsstufen immer noch herrscht.
Und noch was, lieber Herr Luthe: wenn es sich so anfühlt, als verlören Sie gerade Ihre Privilegien, dann ist das noch lange keine Diskriminierung!

 

 

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