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Climate on Fire! Wir streiken Schulter an Schulter

„Ich will, dass ihr in Panik geratet!“

„Ich will, dass ihr handelt, als wenn euer Haus brennt, denn das tut es“, sagte Greta Thunberg beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos.

Ich will, dass wir diese Panik in gemeinsame Aktionen umsetzen und Klimaschutz bei allen politischen Entscheidungen als absolute Priorität ernst nehmen und dass wir auch die Kritiker*innen und die Mahner*innen mit Argumenten und innerhalb unseres demokratischen Systems überzeugen.

Meine Rede zum weltweiten Klimastreik am 20. September:

Das, was wir heute hier erleben:

ein gemeinsamer Streik, ein Schulterschluss über Generationen und Grenzen hinweg

und die Klimakrise auf den Tagesordnungen der Parlamente – all das hat angefangen mit einer einzigen Schülerin mit einem Pappschild.
Eine ganz normale junge Frau, ein junger Mensch, wie ihr es alle seid und wir es alle waren hat den Grundstein für die größte ökologische Bewegung der Welt gelegt.
Wie hat sie das geschafft? Nun, sie hat sich einfach die Fakten angeschaut, die uns seit Jahrzehnten bekannt sind und sie hat sich getraut, anhand der wissenschaftlichen Informationen ihre eigenen Schlüsse zu ziehen. Danach war sie eigentlich nur noch konsequent und unfassbar willensstark. Sie hatte einfach keinen Bock mehr auf Beschwichtigungen und sie wusste eines ganz genau:

Wenn wir dieses Problem nicht in den Griff bekommen, werden wir bald gar keine Probleme mehr haben.

Fridays for Future, Parents for Future und Scientists for Future bestimmen seither die politische Agenda und sind präsent in der öffentlichen Diskussion.
Und natürlich gibt es jede Menge Gegenwind: ihr kennt das alles. „Schulschwänzer!“ „Lernt erst mal was Ordentliches, bevor ihr mitredet!“ „Denkt an die Arbeitsplätze!“ „Aber der CO² Ausstoß in China und überhaupt woanders!“
Es wird gehetzt, gehasst und diskreditiert. Akribisch werden Verpackungen gezählt, Smartphones mit SUVs verglichen und überhaupt war früher alles besser, weil die Jugendlichen wussten, wo es langgeht in der unhinterfragten Ellbogengesellschaft: sie hatten das Versprechen, dass es ihnen später besser gehen sollte. Mehr Haus, mehr Auto, mehr Urlaub, mehr Sachen.
Und genau da liegt die Krux. Nicht nur, dass uns die Klimakrise in aller drastischen Deutlichkeit vor Augen führt, dass unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten schlicht nicht möglich ist und nicht nur, dass es andere Kategorien von glücklichem und erfülltem Leben geben muss, als immer mehr zu besitzen:

Wir können euch einfach nicht mehr guten Gewissens versprechen, dass es euch besser gehen wird. Wenn wir euch heute sagen, dass euer Leben leichter und angenehmer wird, dann lügen wir euch ins Gesicht.

Wir Parents for Future und die, die es noch werden wollen, müssen uns eingestehen, dass dieses seit dem Ende des Krieges von Generation zu Generation gegebene Versprechen nicht mehr gilt. Wir müssen euch ansehen und ehrlich sagen: wir haben jede Menge zu tun, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Wir müssen euch an die Hand nehmen und mit euch zusammen die Komfortzone verlassen und wir müssen drastische Einschnitte in dem, was wir als Wohlstand zu definieren gewohnt sind, gemeinsam mit euch in Kauf nehmen und angehen.
Das ist alles andere als leicht und es ist alles andere als ein Spaziergang.
Es geht um nichts weniger als um das Überleben der Menschen auf diesem Planeten. Und wir werden dabei nicht nur auf uns hier in Weilheim/Murnau oder in Bayern oder sogar in Europa achten müssen.

Es wird Menschen geben und es gibt sie heute schon, die weniger Glück haben und deren Häuser bereits ganz real in Flammen stehen, wenn wir hier noch die Augen verschließen könnten.

Es wird Dinge geben und es gibt sie heute schon, in die wir uns einmischen müssen, auch wenn sie auf weit entfernten Kontinenten passieren. Und ja, das macht auch Angst. Das verstehe ich sogar.

Gleichzeitig ist es eine Chance und ihr alle, die ihr euch bei F4F weltweit zusammenschließt und engagiert, die ihr bestens vernetzt seid und die ihr laut und deutlich „Climate Justice“ fordert, macht es uns vor:

Wir haben jetzt die Chance zu einer neuen und zu einer solidarischen Weltgemeinschaft zusammen zu wachsen.

Wir haben jetzt die Chance den Herausforderungen der Klimakrise gemeinsam und geschlossen entgegen zu treten.
Wir haben jetzt die Chance, alle mitzunehmen, egal ob sie jung sind, oder junggeblieben und egal, wo sie sich einbringen wollen oder können. Klimaschutz ist ein gesamtgesellschaftlicher Kraftakt, der über alle Grenzen hinweg gestemmt werden will und gestemmt werden muss.

Dazu brauchen wir alle mehr Verbündete, mehr öffentliche Wahrnehmung, mehr Achtsamkeit und mehr Problembewusstsein. Es ist ganz sicher nicht die Zeit zur Mäßigung, und dies sei in Richtung des Bayerischen Kultusministers gesagt, es ist nicht die Zeit, leise zu werden. Diese Zeit haben wir alle zusammen nicht mehr.

„Ich will, dass ihr in Panik geratet! Unser Haus brennt!“

sagte Greta Thunberg beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
Ich will, dass wir diese Panik in gemeinsame Aktionen umsetzen und den Klimaschutz bei allen politischen Entscheidungen als absolute Priorität ernst nehmen. Ich will, dass wir auch die Kritiker*innen und die Mahner*innen mit Argumenten und innerhalb unseres demokratischen Systems überzeugen.
Die Aufgaben, die vor uns liegen brauchen Willenskraft und einen langen Atem. Was sie sicherlich nicht brauchen können ist parteipolitische Eitelkeiten und Spaltung und Sticheleien.

Das hier können wir nur gemeinsam schaffen!

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