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Pflege-„Büro“-Gespräch im Kreisklinikum Weilheim

Den Problemen in der professionellen Pflege auf Augenhöhe begegnen

Es war mir eine große Freude, mit den Kolleg*innen des Kreiskrankenhauses Weilheim/Schongau über Pflegepolitik da zu reden, wo sie am wichtigsten ist: auf der Station, direkt am Bett.
Professionelle Pflege ist weit mehr als die bloße Assistenz der Ärzteschaft.
Selbstbestimmtheit und die Wiedererlangung von Selbstpflegekompetenzen für alle Patienten gelingt nur Hand in Hand und auf Augenhöhe.

Professionelle Pflege braucht Personalbemessung

Die Kolleg*innen hier in Weilheim fühlen sich vergleichsweise gut aufgehoben und wertgeschätzt. Dennoch wird das Volksbegehren auch hier in den Pausen besprochen und mit großen Interesse verfolgt.
Wir brauchen ein verbindliches Personalbemessungsinstrument in der gesamten Pflege. Die aktuell geltenden Untergrenzen klammern einen Großteil der Stationen aus und definieren ein Minimum an Patientensicherheit, keinen Idealzustand. Verantwortungsvolle Aufgaben müssen auf ausreichend vielen Schultern verteilt werden. Das nutzt den Kolleg*innen und erhöht die durchschnittliche Verweildauer im Beruf. Und das nutzt den Patient*innen, weil sie einfach besser versorgt werden können.

Vernetzung macht stark

Aufwertung der Berufsbilder in der professionellen Pflege durch Selbstbestimmtheit und Augenhöhe gelingt nur, wenn wir mit einer starken Stimme sprechen können: auch über die Notwendigkeit einer Bayerischen Pflegekammer haben wir diskutiert. Auch für die Kollegen und Kolleginnen in Weilheim steht fest: Solidarität ist unabdingbar.

Gute und professionelle Pflege ist systemimmanent

Unsere Gesellschaft steuert derzeit auf eine ausgewachsene Pflegekatastrophe zu. Pflegefachkräfte verlassen den Beruf meist bereits nach wenigen Jahren, weil die Belastungen zu groß sind. Die Gehälter reichen nicht für ein auskömmliches Leben und die Arbeitszeiten im Drei-Schicht-System sind alles andere als familienfreundlich. Die Staatsregierung begegnet dem mit Kampagnen, um junge Menschen für den Beruf zu gewinnen. Strukturelle Änderungen geht sie indes nicht an.

 

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