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70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention

Nach den Schrecken zweier Weltkriege und dem dadurch verursachten Leid unzähliger Geflüchteter schlossen die Vereinten Nationen vor 70 Jahren ein „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“, die Genfer Flüchtlingskonvention. Sie stattet Geflüchtete mit Rechten aus und sie fordert Pflichten gegenüber der aufnehmenden Nation ein.
Heute überlässt die Europäische Union Geflüchtete ihrem Schicksal. Jeden Tag verlieren Menschen im Mittelmeer das letzte, was ihnen geblieben ist: Das nackte Überleben. Staatliche Seenotrettungsprogramme für Geflüchtete wurden schon vor Jahren eingestellt. Schuld seien die Schlepperbanden, die „Wirtschaftsflüchtlinge“, die „Asyltouristen“.
Das Leugnen der Verantwortung und das Zurückweisen einfacher Menschlichkeit erfindet grausame Vokabeln dafür, dass wir diese Menschen dem Tod überlassen. Sie ertrinken im Mittelmeer, weil sie es wagen, in Europa Schutz vor Krieg, Hunger, Folter und Elend zu suchen. Seenotrettung ist ein Gebot der Menschlichkeit. „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Obwohl genau damit unser Grundgesetz beginnt und obwohl auf der Gleichheit aller Menschen angeblich unsere Werte fußen, überlassen wir das Retten Geflüchteter aus höchster Seenot NGOs, deren Arbeit durch die Behörden sogar noch torpediert wird.
70 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention könnten eigentlich ein Grund sein, einen Sieg der Menschlichkeit zu feiern. Wir haben keinen Grund zu feiern.
Quelle Foto: BR24

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