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2021: Der Gender-Care-Gap wird eher größer als kleiner!

Care-Arbeit: Die vielen kleinen und großen Handgriffe, die der ganzen Familie oder Gemeinschaft nutzen. Das Kümmern um die Kinder und um die Pflegebedürftigen. Das alles im Kopf behalten und organisieren. Sorgearbeit ist immer noch hauptsächlich Frauensache. Care-Arbeit im privaten Kontext wird dabei weder bezahlt noch besonders gewertschätzt. So richtig fällt sie meist erst auf, wenn sie liegen bleibt. Dann sind die Hausaufgaben der Kinder nicht kontrolliert, Omas Einkauf nicht erledigt und die Hausarbeit türmt sich. Frauen, die ihre eigene Erwerbsarbeit nicht zu Gunsten der Care-Arbeit reduzieren oder ganz aufgeben, arbeiten nach Feierabend weiter. Sie schauen nach den betagten Nachbarn und sie engagieren sich im Ehrenamt. Frauen leisten mehr als doppelt so viel unbezahlte Sorgearbeit wie Männer. Das laugt nicht nur aus, das macht am Ende auch arm, weil es sich in den Rentenansprüchen widerspielgelt.

Care-Arbeit: Das sind auch die vielen Berufsbilder, die dem Gemeinwohl nutzen. Das Erziehen der Kleinsten. Das Pflegen der Betagten, Kranken und der Menschen mit Behinderung. Die professionelle Unterstützung in schwierigen Lebenslagen. So richtig fällt sie erst auf, wenn die Beschäftigten berechtigte Forderungen stellen oder sogar die Arbeit niederlegen. Auch die bezahlte Sorgearbeit ist immer noch überwiegend Frauensache: In den Bereichen soziale Arbeit, haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit, Pflege und Erziehung liegt der Frauenanteil bei rund 80 Prozent. Care- Arbeit im beruflichen Kontext wird meistens ziemlich schlecht bezahlt und in den meisten Fällen entsprechend wenig gewertschätzt.

Die pandemische Lage hat die Situation der Frauen im privaten und im beruflichen Bereich verschärft. KiTas und Schulen bleiben geschlossen, Verhinderungspflege und Tagespflege sind über Monate nicht möglich, Sorgearbeit und wenn möglich Homeoffice wollen gleichzeitig jongliert werden: der Frauenanteil Alleinerziehender mit Kindern unter 13 Jahren liegt bei über 90 %, da hilft es nichts, wenn Papa auch im Homeoffice sitzt und die Tür des Arbeitszimmers konsequenter schließt als Mama.

Für die systemrelevanten Berufe gab es ganz kurz mal Applaus von den Balkonen.

2021: Der Gender-Care-Gap wird eher größer als kleiner. Das ist einer der Skandale der laufenden Krise und das zu ändern bleibt unser politischer Auftrag.

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